Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Karate meist im Geheimen geübt und ausschließlich von Meister zu Schüler weitergegeben. Während der Meiji-Restauration wurde Okinawa im Jahre 1875 offiziell zu einer japanischen Präfektur erklärt.

In dieser Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, in der sich die okinawanische Bevölkerung den japanischen Lebensgewohnheiten anpasste und Japan sich nach Jahrhunderte langer Isolierung wieder der Welt öffnete, begann Karate wieder stärker in die Öffentlichkeit zu drängen.

Der Kommissar für Erziehung in der Präfektur Okinawa, Ogawa Shintaro, wurde 1890 während der Musterung junger Männer für den Wehrdienst auf die besonders gute körperliche Verfassung einer Gruppe junger Männer aufmerksam. Diese gaben an, auf der Jinjo Koto Shogakko (Jinjo Koto Grundschule) in Karate unterrichtet zu werden. Daraufhin beauftragte die Lokalregierung den Meister Yasutsune Itosu damit, einen Lehrplan zu erstellen, der unter anderem einfache und grundlegende Kata (Pinan oder Heian) enthielt, aus denen er Taktik und Methodik des Kämpfens weitgehend entfernte und den gesundheitlichen Aspekt wie Haltung, Beweglichkeit, Gelenkigkeit, Atmung, Spannung und Entspannung in den Vordergrund stellte. Diese Kata entstanden in der Hauptsachen aus der Kushanku ( jetzt Kanku-Dai).

Karate wurde dann 1902 offiziell Schulsport auf Okinawa. Dieses einschneidende Ereignis in der Entwicklung des Karate markiert den Punkt, an dem das Erlernen und üben der Kampftechnik nicht mehr länger nur der Selbstverteidigung diente, sondern auch als eine Art Leibesertüchtigung angesehen wurde.

Gichin Funakoshi

Gichin Funakoshi ein Schüler der Meister Yasutsune Itosu und Anko Asato, tat sich bei der Reform des Karate besonders hervor: Auf der Grundlage des Shorin-Ryu (auch Shuri-Te nach der Ursprungsstadt) und des Shorei-Ryu (Naha-Te) begann er Karate zu systematisieren.

Er verstand es neben der reinen körperlichen Ertüchtigung auch als Mittel zur Charakterbildung. In den Jahren von 1906 bis 1915 bereiste Funakoshi mit einer Auswahl seiner besten Schüler ganz Okinawa und hielt öffentliche Karate-Vorführungen ab. In den darauf folgenden Jahren wurde der damalige Kronprinz und spätere Kaiser Hirohito Zeuge einer solchen Aufführung und lud Funakoshi, der bereits Präsident einer okinawanischen Kampfkunstvereinigung war, ein, bei einer nationalen Budo-Veranstaltung 1922 in Tokyo sein Karate in einem Vortrag zu präsentieren.

Dieser Vortrag erfuhr großes Interesse und Funakoshi wurde eingeladen, seine Kunst im Kodokan praktisch vorzuführen. Die begeisterten Zuschauer, allen voran der Begründer des Judo, Jigoro Kano, überredeten Funakoshi am Kodokan zu bleiben und zu lehren. Zwei Jahre später, 1924, gründete Funakoshi sein erstes Dojo. Aufgrund seiner Bemühungen wurde daraufhin Karate an der Shoka-Universität, der Takushoku-Universität, der Waseda-Universität und an der Japanischen Medizinischen Hochschule eingeführt.

Das erste offizielle Buch über Karate wurde von Gichin Funakoshi unter dem Namen Ryu Kyu Kempo Karate im Jahre 1922 veröffentlicht. Es folgte 1925 die überarbeitete Version Rentan Goshin Karate Jutsu. Sein Hauptwerk erschien unter dem Titel Karate Do Kyohan 1935 (diese Version wurde 1958 noch einmal um die karatespezifischen Entwicklungen der letzten 25 Jahre erweitert) und kurz vor seinem Tod mit nahezu 90 Jahren vollendete Gichin Funakoshi seine Autobiographie Karate-Do: Mein Weg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch Funakoshis Beziehungen zum Ausbildungsministerium Karate als Leibeserziehung und nicht als kriegerische Kunst eingestuft, was es ermöglichte, Karate auch nach dem Zweiten Weltkrieg zur Zeit der Besatzung in Japan zu lehren. über Hawaii sowie die amerikanische Besatzung Japans und insbesondere Okinawas fand Karate im Laufe der fünfziger und sechziger Jahre als Sportart zunächst in den USA und dann auch in Europa eine immer stärkere Verbreitung.

Die Auswahl der Kata

Von den vielen Formen, die es im okinawanischen Shōrin ryū gibt, wählte Meister FUNAKOSHI GICHIN jene aus, die seiner Meinung nach für die wichtigsten Karate-Aspekte repräsentativ waren und dem späteren Meister die Möglichkeit eröffnen, in jeden Bereich des okinawanischen Karate vorzustoßen. Diesen „mittleren Weg“, von dem Meister Funakoshi auch in „Karate-do Kyohan“ spricht, fand er in der Auswahl von 15 Kata. Er erlaubte jedoch, dass seine Schüler auch andere alte Karate Kata studieren durften.

Doch die Shotokan-Schule, wie sie sich in den 30er Jahren herauszubilden begann, konzentrierte sich auf das Bunkai dieser 15 Kata. Bis heute hat sich diesbezüglich nichts geändert, obwohl es Im modernen Shotokan-System inzwischen eine große Anzahl von Kata gibt.

In diesem System verwendete er die Heian zur Ausbildung der Kyu-Grade (zu jener Zeit gab es fünf Kyu-Stufen: Heian shodan, Heian nidan, Heian sandan, Heian yondan, Heian godan) und die Tekki (Tekki shodan, Tekki nidan, Tekki sandan) zur Heranbildung eines guten Standes und der Verbindung zwischen Stand und Technik. Die Bassai und die Kanku kamen wegen ihrer großen technischen Vielfalt in den Stil und galten als die wichtigsten Kata des Systems.
Die Hangetsu übernahm Meister Funakoshi, um die Grundprinzipien der Shorei-Schulen zu lehren, die Enpi sollte die Beweglichkeit der Hüften, das Ausweichen und die Schnelligkeit betonen, während die Jitte die grundlegenden Abwehrprinzipien (Muskelarbeit in der Abwehr, verbunden mit Energiefluss und Stand) enthielt. Die Jion lehrt einen direkten geradlinigen Kampfstil mit starken Techniken, ohne Zurückweichen, während die Gankaku den psychologischen Aspekt des Kämpfens mit Zanshin (Geistesgegenwart), Yomi (Vorausahnen) und Suki (Ausnutzen einer Chance) enthält.

Durch diese Zusammenstellung sah Meister Funakoshi die Vielfalt des okinawanischen Hauptsystems ausreichend vertreten und die Chance für seine Schüler gegeben, sich in beliebige Richtungen weiterentwickeln zu können, nachdem sie selbst erfahrene Meister geworden sind. Sein Unterricht bestand im wesentlichen aus Kata und Bunkai und baute auf den Prinzipien des okinawanischen Shuri te der ITOSU-Schule auf. Um die Einzeltechniken zu perfektionieren, ließ er Kihon (Grundschule) und am Makiwara (Schlagpfosten) üben. Aus der großen Vielfalt der Körperpunkte (Kyusho) wählte er diejenigen aus, die in den 15 stilspezifischen Kata angegriffen werden, und stellte sie in einem System zusammen, das man Jintai kyusho nennt. Dieses gilt im Shotokan Karate nach wie vor als Leitlinie für die anzugreifenden Körperpunkte in den Kata-Bunkai. Dazu gehört die Perfektion der entsprechenden Technik und das Beherrschen verschiedener Formen der Kraft (Kime).

Taikyoku Vorbereitende Kata, universelle Kata

Die Wortsilbe Tai bedeutet „groß“, Kyoku kann, als Substantiv „Ende“ oder „Pol“, als Adjektiv „extrem“ oder als Verb „bis zum Ende gehen“, „durchdringend studieren“, „das Extreme erreichen“ bedeuten. Ursprünglich gab es drei Taikyoku kata (Shodan, Nidan und Sandan), entwickelt von FUNAKOSHI GICHINs Sohn YOSHITAKA, danach erweiterte HENRY PLEE, sie auf sechs (Yondan, Godan und Rokudan). Heute werden die Taikyoku kata in ihrer ursprünglichen Form nur wenig geübt. In den Lehrplänen des S.K.I.Ö. ist die Taikyoku shodan enthalten.

Die Taikyoku kata haben sich in abgeänderter Form in mehrer Stile des Karate übertragen und werden zu verschiedenen Zwecken verwendet. In vielen Fällen unterliegen sie der freien Gestaltung der Lehrer, die sie dazu verwenden, die Grundtechniken (Kihon) zu üben. In diesem Sinn kann man z. B. die Techniken der Taikyoku mit anderen Grundtechniken ersetzen. Das Schrittdiagramm (Embusen) bleibt dabei immer das gleiche, während die Schüler mit Abwehrtechniken (Uke waza), Stoßtechniken (Tsuki waza), Schlagtechniken (Uchi waza) und Fußtechniken (Keri waza) ihren Ablauf üben.

Taikyoku shodan
Als Abwehrtechnik wird Gedan barai und als Angriffstechnik Chūdan oi zuki trainiert.

Taikyoku nidan
Entspricht der Taikyoku shodan, nur wird die Angriffstechnik Jōdan ausgeführt.

Taikyoku sandan
Entspricht der Taikyoku nidan, jedoch wird auf den Querbahnen Gedan barai gegen Uchi ude uke in Kokutsu dachi getauscht.

Mehr zu Shotokan Kata findet ihr hier

Wird aufgrund seiner Aktivitäten als „Vater des modernen Karate do“ bezeichnet, da er durch seine Ausführungen maßgeblichen Anteil an der Gestaltung der Lehre im Karate do hatte. Wahrscheinlich zu Beginn der dreißiger Jahre wurden die „Zwanzig Regeln des Karate do“ von Funakoshi verfasst.

1. Karate do warei ni hajimari, rei ni owaru koto o wasuruna
– Vergiss nie: Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt.

2. Karate ni sente nashi
– Im Karate macht man nicht die erste Bewegung.

3. Karate wa gi no tasuke
– Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit.

4. Mazu jiko wo shire, shikoshite tao wa shire
– Erkenne dich selbst zuerst, dann den anderen.

5. Gijutsu yori shinjutsu
– Intuition ist wichtiger als reine Technik.

6. Kokoro wa hanatan koko wo yosu
– Lerne, deinen Geist zu kontrollieren und befreie ihn erst danach.

7. Wazawai wa getai ni shozu
– Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit.

8. Dojo nomino karate to omou na
– Glaube nicht, dass Karate nur im Dojo stattfindet.

9. Karate no shugyo wa issho de aru
– Karate üben heißt ein Leben lang zu arbeiten; darin gibt es keine Grenzen.

10. Arai yuru mono wo karateka seyo, soko ni myo mi ari
– Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst du Myo (Leben) finden.

11. Karate wa yu no goto shi taezu netsudo wo ataezareba moto no mizu ni kaeru
– Wahres Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn es nicht ständig wärmst.

12. Katsu kangae wa motso na makenu kangae wa hitsuyo
– Denke nicht ans Gewinnen, doch denke darüber nach, wie du nicht verlierst.

13. Teki ni yotte tenka seyo
– Verändere deine Verteidigung gegenüber dem Feind.

14. Tattakai wa kyo jitsu no soju ikan ni ari
– Der Kampf entspricht immer deiner Fähigkeit, mit Keyo (unbewacht) und Jitsu (bewacht) umzugehen.

15. Hito no te ashi wo ken to omoe
– Stelle dir deine Hand und deinen Fuß als Schwert vor.

16. Danshi mon wo izureba hyakuman no teki ari
– Wenn man den Ort verlässt, an dem du zu Hause bist, machst du dir zahlreiche Feinde. Ein solches Verhalten bringt dir Ärger ein.

17. Kamae wa shoshinsha ni ato wa shinzentai
– Anfänger müssen alle Haltungen ohne eigenes Urteil annehmen, um dann einen natürlichen Zustand des Verstehens zu erreichen.

18. Kata wa tadashiku jissen wa betsu mono
– Die Kata muss ohne Veränderung korrekt ausgeführt werden, im wirklichen Kampf gilt das Gegenteil.

19. Chikara no kyojaku, karada no shinshuku, waza no kankyu wo wasuruna
– Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell alles in Verbindung mit der richtigen Atmung.

20. Tsune ni shinen kufu seyo
– Erinnere dich und denke immer an Kufu (die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf einen Sinnesreiz zu begrenzen) lebe die Vorschriften jeden Tag.

Lebe die Vorschriften jeden Tag.

Chu Futang war unvergleichlich stark und konnte sehr gut kämpfen. Er beherrschte die Speerkunst des waagerechten Rotierens (Siping Qiang) perfekt. Gegen Ende der Ming-Dynastie (1368-1644) war er Abschnittskommandeur einer Einheit zur Niederschlagung von Aufständen. Damals gab es einen gewissen Zhang Qing in Dugu, der im Geschäftsviertel sein Unwesen trieb. Als die Leute Chu darum baten, Zhang Qing zu beseitigen, antwortete dieser: „Zuerst muss ich seine Technik sehen, und danach werde ich handeln.“ So richtete man für Zhang und Chu ein Festessen aus. Zhang prahlte mit seinem Mut, krempelte im angetrunkenen Zustand die Ärmel auf und begann, ausgelassen zu tanzen und zu scherzen. Chu tippte ihn gemächlich an die Brust und sagte: „Setz dich.“ Da Chu hervorragend sein Qi gebrauchen und seine spirituelle Kraft (Shen) einsetzen konnte, verletzte er ihn in der Mitte, was Zhang aber nicht wusste. Bis zum Ende des Festessens saß er stumm da. Einen Tag später starb Zhang auf einer Pavillonbrücke. Man sagt, sein ganzer Körper war blau und violett angelaufen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine Schockwelle zum Herzen gelangt, wenn ein Vitalpunkt negativ beeinflusst wird. Auf diese Weise kann der Herzrhythmus gestört werden, denn die Schockwelle vibriert um das Herz herum und kann zum tödlichen Herzschlag führen. Dieser tritt in manchen Fällen erst Wochen nach dem Angriff ein. In der traditionellen chinesischen Medizin wird die verheerende Wirkung des Dim-Mak damit erklärt, dass die Anwendung dieser Technik den Qi-Fluss des Gegners vollkommen blockiert. Entscheidend ist hierbei die Parallele zwischen dem Fluss der inneren Energie und der Elektrizität. Denn wie der Stromfluss bewegt sich auch der Qi-Fluss zwischen zwei (gegensätzlichen) Polen, nämlich zwischen Yin und Yang. Zudem bewegt sich das Qi wie ein Stromkreis im menschlichen Körper. Deshalb kann man sagen, dass ein Vitalpunktangriff eine Art elektrischen (Qi-) Schlag beim Gegner auslösen kann.

Immer wieder taucht der Begriff des Vitalpunktes auf, ein anatomisch präzise bestimmbarer Ort am Körper. Wird ein Vitalpunkt getroffen, kann das die Niederlage des Gegners zur Folge haben, ja sogar seinen Tod (daher die Bezeichnung Vitalpunkt). Diese besonderen Schwachpunkte, die praktisch über den ganzen Körper verteilt sind, sind seit weit über tausend Jahren bekannt. Zunächst jedoch erforschen die Menschen diese Punkte, um mit ihrer Hilfe Krankheiten heilen zu können, sei es durch Akupunktur oder durch Moxibustion. Die Wissenschaft von den „Meridianen“ immateriellen Linien, entlang derer die Lebensenergie des Menschen ( Qi oder Ch’i; auch als innere Energie bezeichnet – jedoch nicht zu verwechseln mit der chemisch-physikalischen Muskelenergie) zirkuliert, zählt zu den ersten Errungenschaften der traditionellen chinesischen Medizin. Insgesamt entdeckten die chinesischen Heiler 24 derartige Meridiane, davon 12 Hauptmeridiane, die zu beiden Seiten der vertikalen Mittelachse des Menschen verlaufen. Jeder dieser „Pfade für das Qi“ steht in Zusammenhang mit bestimmten inneren Organen, auf die somit über diese Meridiane eingewirkt werden kann. Tatsächlich existieren entlang dieser Kanale „Hohlräume“ (Xue) bzw. Vitalpunkte, die hochempfindlich sind, weil sie entweder wenig durch Muskeln geschätzt sind oder weil der Meridian an dieser Stelle die Haut berührt. Auf diese Punkte kann auf unterschiedliche Weise eingewirkt werden: durch Stechen (Akupunktur), Hitze (Moxibustion), Pressen (Akupressur-Tsubo, auf japanisch Shiatsu) oder durch Schlagen auf unterschiedliche Art und Weise ( Dianxue, auch Tien hsueh oder Dim mak, auf japanisch Atemi). All diese Methoden stimulieren, unterbrechen oder stören den Fluss der inneren Energie, sie verstärken oder zerstreuen ihn. Dies wirkt sich zwangsläufig auf die Funktionen der mit den entsprechenden Meridianen verbundenen Organen aus. Das Wissen über diese erstaunlichen Zusammenhänge im menschlichen Körper kann auf zweifache Weise genutzt werden. Mann kann damit heilen, wie es immer im Interesse der Medizin ist und man kann damit zerstören, was im Interesse der Kampfkünste ist. Letzteres war ursprünglich eine Pervertierung des ersten Weges, doch im Laufe der Jahrhunderte trennten sich die beiden Richtungen und jede brachte ihre Meister hervor.

Die Überlieferung besagt, dass der chinesische Kaiser Jen-Tsung (1023-1063) die Idee hatte, dass sein Arzt eine Bronzestatue anfertigen solle, auf dem die Meridiane und die Akupunkturpunkte dargestellt sein sollten. Dies soll sich im Jahre 1026 zugetragen haben, zur Zeit der Sung – Dynastie (Song – Dynastie). Es wird auch berichtet, dass dieser Körper aus Metall hohl und mit Wasser gefüllt gewesen sei, und dass die Akupunkturpunkte kleine, mit Wachs versiegelte Löcher waren. Wurde der Einstich korrekt durchgeführt, perlte Wasser aus ihnen heraus. Damit existierte zum ersten Mal eine dreidimensionale anatomische Darstellung. Diese wurde in der Folge noch verfeinert. Während der Ming – Dynastie (1368-1644) wurden drei Modelle des Bronzemenschen geschaffen, das erste stellte den Mann, das zweite die Frau und das dritte das Kind mit ihren jeweiligen spezifischen Körpermerkmalen dar. Schließlich gelang es sogar, eine durchsichtige Kristallstatue des Menschen herzustellen, die es erlaubte, neben den Positionen der Vitalpunkte auf der Oberfläche auch das Kreislaufsystem der inneren Energie und die Lage der inneren Organe zu studieren. Bald schon wurde auch die Frage aufgeworfen, wie die anatomischen Kenntnisse über die Vitalpunkte auszunutzen seien, um einem Menschen Schaden zuzufügen. Verschiedene taoistische Mönche, denen alles am Herzen lag, was mit der Langlebigkeit eines Menschen zusammenhing, waren die Pioniere auf diesem Forschungsgebiet. Sie häuften Wissen darüber an, indem sie Beobachtungen durchführten und experimentierten.

In der Mitte der Ming-Dynastie, nach Generationen von Forschungen, Analysen und einem tiefen Verständnis der Vitalpunkte, entwickelten Akupunkteure ihre eigene und bemerkenswert effektive Methode der Selbstverteidigung, die für Ärzte und Gelehrte verpflichtend war. Einige trugen Nähnadeln der Frauen in ihren Taschen, so dass sie, falls sie angegriffen wurden, die Vitalpunkte der Gegner stechen konnten. Andere banden 5 giftgetränkte Nadeln in einem Bündel zusammen, sogenannte „Pflaumenblüten-Nadeln“, und bewahrten sie, bereit zur Benutzung, in einer schmalen Bambusröhre auf. Andere Gelehrte zogen es vor, die gegnerischen Vitalpunkte mit Schreibpinseln oder Federn aus Eisen oder Bambus zu stechen. Diese als Waffen brauchbaren Objekte, konnten oft verborgen getragen werden, aus diesem Grund wurden einige Gelehrte sehr geschickt im Umgang mit ihnen. Es ist denkbar, dass der berühmte Eremit des Wudanggebirges, Zhang San Feng der im 13. Jahrhundert in der Provinz Hopei lebte, bereits Schüler auf diesem Gebiet unterrichtete.

Zhang Sang Feng ist vor allem dafür bekannt, einen Vorläuferstil des Taijichuan geschaffen zu haben. Inspiriert wurde er von einem Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich, den er einst beobachtet hatte. Etwas gesicherter ist die Überlieferung hinsichtlich Feng Yiyuan, einem anderen taoistischen Mönch, der zur Zeit der Ming – Dynastie lebte. Er entwickelte das Wissen darüber weiter, wie man ausschließlich mit bloßer Hand schädigend auf Vitalpunkte einwirken konnte. Er ist sicherlich der erste, von dem sich sagen lässt ,er habe – seiner Zeit entsprechend – wissenschaftliche Kenntnisse über die menschliche Anatomie und über die unterschiedlichen Arten, Schläge auszuführen, besessen. Nicht nur die Stärke, Art und Richtung der Schläge waren für ihn von Bedeutung, sondern auch der geeignete Zeitpunkt, einen bestimmten Schlag auszuführen. Um derartige optimale Zeiten zu ermitteln, berücksichtigte Feng Yiyuan sowohl Tageszyklen als auch die Phasen von Mond und Sonne. Das Wissen um die Tageszyklen, die den Rhythmus bestimmen, nach dem die innere Energie im Körper fließt, geht wahrscheinlich auf einen weiteren taoistischen Mönch derselben Epoche zurück, Wu Liu Yuan. Derartige Kenntnisse gestatten es, für jeden Vitalpunkt sehr genau die beste Möglichkeit zu finden, eine bestimmte Technik anzuwenden, um eine wohldefinierte Wirkung zu erzielen. Dies kann ein brutaler Effekt sein, der entweder unverzüglich oder erst mit einer Verzögerung von Stunden, Tagen, Wochen eintritt. Solche Verzögerungen bilden die Grundlage der Legende der „vergifteten Hand“, die den Tod erst längere Zeit nach ihren Einwirken herbeiführt, gleich einem tödlichen Gift, das sich langsam im Körper ausbreitet. Andere Wirkungen können Unwohlsein, scharfer Schmerz, Ohnmacht, Bruch eines Knochens oder Gelenks, oberflächliche oder tiefe Traumata sein und anders mehr.

Feng Yiyuan soll 36 Vitalpunkte lokalisiert haben, die er sorgfältig in Gruppen eingeteilt hat, je nachdem, welche Wirkung durch sie erzielt werden kann ( Schmerz, Lähmung, Ohnmacht, Tod ). Später hat sich die Zahl der entdeckten Punkte verdoppelt ( auf 72 ), dann verdreifacht ( auf 108 ). Den Zahlen kommt zweifelsohne auch eine symbolische Bedeutung zu, die 108 beispielsweise ist eine heiligen Zahlen im Buddhismus. So besteht die große Bewegungsabfolge des Yang Taijiquan aus 108 Einzelbewegungen, und die Kata Suparinpei aus dem Goju ryu Karate wurde von der chinesischen Dao Yibailingba abgeleitet, was „108 Schritte“ bedeutet. Verschiedene Bewegungsfolgen ( chinesisch Dao oder Quan, japanisch Kata genannt) wurden entwickelt, um der Automatisierung dieser Vitalpunkttechniken zu dienen. Die Shaolin-Mönche benutzten spezielle Namen, um jede dieser Techniken zu beschreiben. Für eine robuste Gesundheit und um Verteidigungstechniken und korrespondierende Vitalpunkte festzuhalten, wurde seine Abfolge von Angriffshaltungen (zusammen mit individuellen Namen, um die Angriffe zu bezeichnen) zusammengestellt, die damit neue Formen (Quan) gründeten. Diesen wurden die Namen Seisan (13), Seipai (18), Niseishi (24), Nepai (28), Sanseiru (36), Useishi (54) und Peichurrin (108) gegeben. Einige dieser Abläufe dienten als Grundlage, aus der sich in Fujian bestimmte Stile entwickelten. Andere Quan trugen oft abstrakte Namen, die mit ihren Gründern zusammenhingen, mit dem Ursprungsort, der kämpferischen Intention, speziellen Aspekten, den Charakteristika der Quan, etc. Alle Quan förderten physische Gesundheit oder mentales Wohlsein, und durch alle Quan hinweg wurden die Geheimnisse der Selbstverteidigung gelehrt: Gelenkhebel; Würgegriffe; Würfe; zu Boden bringen; Hand und Bein Aktionen; Greifen; Befreiungen; Bodenarbeiten; Ergreifen, Drücken oder Traumatisieren von Vitalpunkten; Schläge, die Organe durchbohren (sie wurden entwickelt, um Organe zu schocken, die nicht von dem Brustkorb geschätzt werden); Blutzufuhr-Attacken (Zerreiben von Venen oder Arterien in ungeschützten Körperhöhlungen); Traumatisieren von Nervengeflechten; und weitere Kombinationen. Die Quan lehrt, wie man sich durch Verletzen, Immobilisieren oder sogar Töten selbst verteidigen kann. Ungeachtet dessen wurde das Studium der Quan ein akzeptierter Brauch, durch den die geheimen Anwendungen der Selbstverteidigung weitergegeben wurden.

Die Legende besagt, das Chang als er im Kloster meditierte, einen Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich beobachten konnte, und dabei feststellte, das der Kranich immer wieder seine Angriffe stoppen mußte, um zu zielen, während die Schlange in ständiger Bewegung angriff und verteidigte. Chang der damals als ausgesprochen guter Akupunkturist und als exzellenter Kampfkünstler im harten Stil des Shaolin bekannt war, nahm diese Beobachtung als Grundlage für seine Studien. Bereits nach kurzer Zeit verließ er sein altes Kloster, und zog in eine Höhle am Berg Wudang inmitten der Provinz Hebei. Der von Chang Sang-Feng gegründeten Schule “ Vögel und Schlangen “ lagen die Prinzipien der Sanftheit und der optimalen Koordination der Handlung aller Körperteile mit der Bewegung des Qi zugrunde. Chang lehrte seinen Schülern auch: Die echte Kunst des Nahkampfes hat ihre Grundlagen bereits in deinen Füßen, sie wird in den Beinen weiterentwickelt, durch die Biegung der Taille und der Hüfte ausgerichtet, und kommt dann in der Arbeit der Finger zum Ausdruck. Chang verwendete sanfte, geschlossene “ Blöcke “ kreisförmige Bewegungen mit Körper und Hüfte, und eine fließende, schlangenartige Bewegung, durch die man den Schlägen ausweichen kann. Zugleich entlehnte er vom Kranich heftige Schläge durch Zurückziehen des Armes, sogenannte umgekehrte Schläge. Aus den Kranichstellungen wurden natürlich auch sehr wirksame Vorwärts- und Seitwärtstritte ausgeführt. In diesen Prinzipien flechtete er noch das Wissen über Anatomie und die Akupunkturpunkte des menschlichen Körpers ein. Jeder sogenannte Block wurde zu einem Angriff auf vitale Körperpunkte, jeder Schlag wurde so zu einer tödlichen Berührung, dem Dim-Mak. Chang verlangte von seinen Schülern, das ihr Angriff ungestüm sei, wie ein Blitzschlag, und die Verteidigung unüberwindlich, wie ein Gebirgsrücken.

Punkt 1 | Scheitelnaht
Linie, an welcher der vordere Knochen und die seitlichen Knochen zusammentreffen. Todesursache ist eine schwere Gewalteinwirkung auf das Gehirn und eine Unterbrechung der Schädelnerven.

Punkt 2 | Stirnfontanelle
Stirn und der Scheitelnaht, das bei einem neugeborenen Kind noch nicht durch Knochen verschlossen ist und die Pulsaktionen des Gehirns erkennen lässt. Todesursache ist Gehirnerschütterung und Gewalteinwirkung auf die Schädelnerven.

Punkt 3 | Schläfe
Insbesondere die Naht zwischen Wangenknochen und Stirnknochen. Bewusstlosigkeit resultiert aus einer Gewalteinwirkung auf die Schädelnerven, was einen Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen bewirkt.

Punkt 4 | Augengegend
Obere und untere Teile der Augenhöhle. Verlust des Bewusstseins kommt von einer Gewalteinwirkung auf das Gehirn, was zum Verlust der Nervenkontrolle führt.

Punkt 5 | Augapfel
Verlust des Bewusstseins wird durch eine schwere Gewalteinwirkung auf das Gehirn verursacht, die zu einer Unterbrechung der Schädelnerven und zum Verlust der Sensorischen und motorischen Funktionen führt.

Punkt 6 | Nasenwurzel
Der Punkt an der Wurzel der Nase zwischen den Augen. Bewusstlosigkeit resultiert aus einer schweren Gewalteinwirkung auf das Gehirn, die zu einer Unterbrechung der Schädelnerven und zum Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen führt.

Punkt 7 | Kieferknochennaht
Zusammentreffen des rechten und linken Oberkieferknochens unter der Nase. Bewusstlosigkeit kommt von einer Gewalteinwirkung auf die Schädelnerven und dem Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen.

Punkt 8 | Unterkiefermitte
Ungefähr einen Zentimeter unter der Unterlippe. Bewusstlosigkeit resultiert aus der Gewalteinwirkung auf die Schädelnerven und dem Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen.

Punkt 9 | Kieferwurzel
Untere Kante des Unterkiefers; auch die Knochenverbindung unter und vor den Ohren. Bewusstlosigkeit kommt von einer Erschütterung des Gehirns und dem Verlust der Nervenkoordination.

Angriffe auf die Vitalpunkte, die in der Brust- und Bauchgegend liegen, führen in erster Linie zu einer Verletzung oder Funktionsbeeinträchtigung der inneren Organe mit negativen Auswirkungen auf das Rückenmark und das symphatische Nervensystem (Teil des vegetativen Nervensystems). Dies wiederum zieht die Gehirnnerven in Mitleidenschaft und führt zu Bewusstlosigkeit durch Schock, durch den Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen und durch das folgende Aussetzen der Atmung. Es ist hier zu bemerken, dass Angriffe auf Vitalpunkte am Kopf zwar auch zum Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen, aber nicht immer auch zum Aussetzen der Atmung führen.

Punkt 10 | Halsseite
Die Länge des Sternocleidomastoideus (seitlicher Halsmuskel, von unter dem Ohr bis zum Schlüsselbein, Kopfdrehermuskel). Bewusstlosigkeit wird verursacht durch Gewalteinwirkung auf die Halsschlagader und den pneumogastrischen Nerv, was zu einem Schock und zum Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen führt.

Punkt 11 | Graben über dem Schlüsselbein
Auf jeder Seite des Halses der vordere Teil der Kehle, gerade über dem Schlüsselbein, am Beginn des seitlichen Kopfdrehermuskels. Bewusstlosigkeit kommt von Gewalteinwirkung auf die Arterie unter dem Schlüsselbein und den Unterzungennerv, was einen Schock und den Verlust der motorischen Funktionen verursacht.

Punkt 12 | Kerbe über dem Brustbein
Einbuchtung auf der Oberfläche des Halses zum Bauch hin zwischen dem Brustbeinknochen und dem Kehlkopf. Ein Blockieren der Luftröhre führt zum Verlust des Bewusstseins.

Punkt 13 | Brustwinkel
Gerade unterhalb des Zusammentreffens von Brustbein und Handgriff (oberster Abschnitt des Brustbeins, nahezu runder Knochen). Verlust des Bewusstseins kommt von einer Gewalteinwirkung auf das Herz, die Bronchien, den Oberkörper versorgende Schlagadern und die Lungenarterie, was zu Störungen des Atemsystems und zu Schock führt.

Punkt 14 | Schwertfortsatz
Unterer Abschnitt des Brustbeins, Verlust des Bewusstseins kommt von einer schweren Gewalteinwirkung auf Leber, Magen und Herz, die zu einem Schock und zu Störungen des Nervensystems führt, was den Verlust der motorischen Funktionen nach sich zieht.

Punkt 15 | Solarplexus
Mulde gerade unterhalb des Brustbeins. Bewusstlosigkeit kommt von Gewalteinwirkung auf Magen und Leber, was die angrenzenden Regionen darüber und darunter schädigt. Dies hat seinerseits wieder Auswirkungen auf die Nerven und führt somit zum Funktionsverlust der inneren Organe.

Punkt 16 | Myojo, Tanden
(Punkt ca. 3 cm unter dem Nabel) Bewusstseinsverlust wird verursacht durch Gewalteinwirkung auf den Dünndarm und die Blase sowie auf die großen Blutgefäße und Nerven im Bauch, was zu Schock und zum Verlust der motorischen Funktion führt.

Punkt 17 | Gebiet unter den Achselhöhlen
Raum zwischen der vierten und fünften Rippe, ungefähr auf einer Höhe mit dem Ende des Schulterblatts. Bewusstlosigkeit kommt von einer schweren Gewalteinwirkung auf die Lungen und die damit verbundenen Nerven, was zu einem Verlust der Lungenfunktion führt, zum Atemstop und zu Kreislaufversagen. motorischen Funktionen führt.

Punkt 18 | Ganka (Gebiet unter den Brustwarzen)
Zwischen den fünften und sechsten Rippen auf jeder Seite. Ursachen für Bewusstlosigkeit sind ähnlich wie beim vorigen Punkt, d. h. Verlust der Lungenfunktion, Atemstopp und Kreislaufversagen.

Punkt 19 | Bauch
hypochondrisches Gebiet Siebter Rippenzwischenraum. Die Ursache für den Verlust des Bewusstseins ist für die linke und die rechte Seite unterschiedlich. Auf der rechten Seite ist es die schwere Gewalteinwirkung auf die Leber, die zu einem Verlust der mit Leber und Lunge verbundenen Nervenfunktionen führt. Auf der linken Seite liegt es an einer schweren Gewalteinwirkung auf Magen und Milz mit Auswirkungen auf Herz und Lungen, was zu einem Verlust der mit Herz und Lungen verbundenen Nervenfunktionen führt.

Punkt 20 | Inazuma (Bauch, Lendengegend)
Elfter Rippenzwischenraum. Die Ursachen für den Verlust des Bewusstseins unterscheiden sich von der linken zur rechten Seite und sind nahezu die selben wie bei der hypochondrischen Gegend.

Punkt 21 | Innenseite des Handgelenks
Zwischen dem radialen Handbeugemuskel und den Beugemuskeln der Finger. Ein Angriff auf diesen Punkt führt zu Gewalteinwirkung auf den darunter liegenden Nerv und die Schlagader. Dies bewirkt eine ungewöhnliche Art von Schmerz, der die Brust- und Halsregion in Mitleidenschaft zieht und einen Verlust der motorischen Funktionen und des Bewusstseins nach sich zieht.

Punkt 22 | Handrücken
Insbesondere die Punkte zwischen Daumen und Zeigefinger sowie zwischen Mittel- und Ringfinger. Verlust des Bewusstseins kommt von einem Schock auf den mittleren Armnerv, was zu einem ungewöhnlichen Schmerz in der Brust- und Halsgegend führt, der den Verlust der motorischen Funktionen nach sich zieht. Ein ähnliches Ergebnis ist zu erwarten, wenn man auf irgendeinen Knochen des Handrückens schlägt.

Punkt 23 | Leistengegend
Innere Gegend am Ansatz des Oberschenkels; Teil der Muskulatur der Schambeinknochen. Bewusstseinsverlust entsteht durch die Gewalteinwirkung auf die darunter liegende Schlagader und den Nerv (Oberschenkelnerv) sowie auf den inneren Schenkelnerv. Dies verursacht einen ungewöhnlichen Schmerz in der Hüfte und im Bauch, der zu Verlust der motorischen Fähigkeiten führt.

Punkt 24 | Oberschenkel
weiter unten, seitlich Mittlerer Teil des seitlichen Vastusmuskels. Ursache für den Verlust des Bewusstseins ist ein Krampf des Muskels im Oberschenkel, der zu Schmerzen im Unterbauch und dem Versagen der motorischen Funktionen des Beines führt.

Punkt 25 | Naike, Uchikurobushi (innerer Knöchel)
Der Punkt gerade unterhalb der Verdickung des Schienbeines. Obwohl dieser Begriff gewöhhnlich den untersten Teil des Schienbeinknochens bezeichnet, d.h. die innere Oberfläche des Fußknlchels, ist mit Uchikurobushi als Angriffspunkt ein Punkt auf der inneren Oberfläche des Sprungbeinknochens gerade unterhalb des Knöchels gemeint. Ursache für den Verlust des Bewusstseins ist Gewalteinwirkung auf die Schienbeinschlagader, was eine ungewöhnliche Art von Schmerz in der Hüftgegend verursacht, die zu einem Verlust der motorischen Funktionen führt.

Punkt 26 | Kori (Fußrist)
Der mittlere Teil auf der oberen Seite des Fußes. Der Angriffspunkt liegt von der Mitte aus etwas nach innen zwischen den Sehnen der großen Zehe und der zweiten Zehe. Ursache für die Bewusstlosigkeit ist Gewalteinwirkung auf den Nerv in der inneren Fußsohle, die Schienbeinschlagader und den tiefen Wadenbeinnerv, was zu einem ungewöhnlichen Schmerz im Bein, der Hüfte und im Bauch führt, der den Verlust der motorischen Funktionen verursacht.

Punkt 27 |Soin, Kusagakure (seitliche Fußoberfläche)
Gerade unterhalb des Ansatzes des vierten und fünften Zwischenknochenmuskels. Die Gründe für den Verlust des Bewusstseins sind die selben wie bei Punkt 26.

Punkt 28 | Kokotsu, Mukozune (Mitte des Wadenbeines)
Ein Angriff zu diesem Punkt führt zu einer Verletzung des Wadenbeinnervs, was schwere Schmerzen und den Verlust der aufrechten Haltung nach sich zieht.

Punkt 29 | Kinteki (Hoden)
Ursache für den Verlust des Bewusstseins ist schwere Gewalteinwirkung auf die Nerven und Arterien der Hoden und der Leisten, wodurch die Hoden sich heben und damit den Verlust der motorischen Funktionen verursachen.

Punkt 30 | Ausbuchtung hinter dem Ohr
Zwischen dem Warzenfortsatz (hinter der Ohrmuschel) und dem Unterkiefer. Bewusstlosigkeit kommt von Gewalteinwirkung auf die Schädelnerven und das Rückenmark, was zum Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen führt.

Punkt 31 | Keichu (Nacken)
Dritter Halswirbelzwischenraum. Bewusstlosigkeit kommt von schwerer Gewalteinwirkung auf das Gehirn, die Schädelnerven und das Rückenmark, was zum Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen führt.

Punkt 32 | Hayauchi (mittlere Schulterblattkanten)
In der Höhe des dritten Rippenzwischenraums. Bewusstlosigkeit kommt von einer schweren Gewalteinwirkung auf die Lungen und das Rückenmark, was zu Atemschwierigkeiten führt und zu Störungen des Blutkreislaufs in Verbindung mit dem Verlust der motorischen Funktionen.

Punkt 33 | Raum zwischen dem 5. und 6. Brustwirbel
Bewusstlosigkeit kommt von Gewalteinwirkung auf Rückenmark, Aorta, Herz und Lungen, was zu einem Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen führt und ein Aussetzen der Atmung nach sich zieht.

Punkt 34 | Ushiro denko (Lendengegend)
Die jeweils linke und rechte Seite des 9.und 11. Brustwirbels. Die beiden Seiten des 9. Brustwirbels werden allgemein als Shakkatsu kenko bezeichnet, und es heißt dass man durch Pressen dieser beiden Punkte mit dem Daumen einen Krampf beseitigen kann. Die beiden Seiten des 11. Brustwirbels jedoch sind effektivere Punkte für einen Angriff. Ursache für den Verlust des Bewusstseins ist schwere Gewalteinwirkung auf die Nieren und die damit verbundenen Nerven und Blutgefäße, was dann zum Schock und Verlust der motorischen Funktionen führt.

Punkt 35 | Bitei (Steißbein)

Ursache für Bewusstlosigkeit ist Gewalteinwirkung auf das gesamte Rückenmark. Dies führt zu einem Schock auf das Gehirn und zum Verlust der sensorischen und motorischen Funktionen.

Punkt 36 | Oberarm
rückwärtige Oberfläche Mittlerer Teil zwischen Bizeps und Trizeps. Bewusstlosigkeit kommt von einer Gewalteinwirkung auf den Ellennerv, den mittleren Armnerv und die Blutgefäße des Oberarms, was zu einer ungewöhnlichen Art von Schmerz in Brust und Hals sowie zum Verlust der motorischen Funktionen führt.

Punkt 37 |. Chukitsu, Hijizume (seitliche Oberfläche des Ellenbogens)
Bewusstlosigkeit kommt von Gewalteinwirkung auf den Ellennerv, was einen ungewöhnlichen Schmerz in Brust und Hals verursacht und mit dem Verlust der motorischen Funktionen einhergeht.

Punkt 38 | Sotoshakutaku (Rückseite des Handgelenks)
Raum zwischen den Enden von Elle und Speiche. Ursache für Bewusstlosigkeit ist Gewalteinwirkung auf den mittleren Armnerv und Verlust der motorischen Funktionen.

Punkt 39 | Ushiro inazuma (Gesäßfalte)
Auf der hinteren Seite der mittlere Teil am Ansatz des Oberschenkels, gerade unterhalb des Gesäßes. Ursache für den Verlust des Bewusstseins ist Gewalteinwirkung auf den Ischiasnerv, was zu einem ungewöhnlichen Schmerz in der Bauch- und Hüftgegend führt und den Verlust der motorischen Funktionen nach sich zieht.

Punkt 40 | Kusanagi (unterer Teil des Schollenmuskels)
Ursache für den Verlust des Bewusstseins ist Gewalteinwirkung auf die Schienbeinschlagader und den Schienbeinnerv, was zu einem ungewöhnlichen Schmerz in der Bauch- und Hüftgegend und zum Verlust der motorischen Funktionen führt.

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